RiO Yoga bringt die Lebenskraft zum fliessen. Körper, Geist und Natur sind im Einklang.
Die heilende Kraft des Urwaldes
EINE REISE NACH PERU
Der Heilort Mayantuyacu erreicht man nicht so einfach und schnell. Je näher man dem Ort kommt, umso langsamer die Fortbewegung. Die Reise führt mit dem Flugzeug von Lima nach Pucallpa, in das Amazonasgebiet von Peru. Von dort fahren wir mit einem Pickup zwei Stunden über unbefestigte Strassen ins abgelegene Honoria. Am Rio Pachitea, am Rande des Regenwaldes, besteigen wir ein langes schmales Boot. Nach einiger Zeit flussaufwärts tuckernd, biegen wir rechts in einen Seitenarm des Flusses in den Urwald ein. Das Klima verändert sich, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit wird höher, wir halten die Finger ins Wasser und spüren Wärme. An einer kleinen Anlegestelle steigen wir aus. Von hier gehen wir 40 Minuten zu Fuss durch den Dschungel bis nach Mayantuyacu.
Mayantuyacu liegt an dem Fluss Aguas Calientes, seine Temperatur kann bis 96° Celsius betragen. Die Schönheit und Mystik des Ortes wirken anziehend. Da bleiben wir zwei Wochen.
In dieser Zeit können wir in die Heilkraft der Pflanzen und in die Energie der Natur eintauchen. Maestro Juan Flores Salazar wird uns begleiten.
Es gibt die Möglichkeit im Zentrum zu übernachten oder draussen im Wald, in einem Tambo. Wir entscheiden uns für das Tambo. Das ist eine einfache, offene Holzhütte mit Blechdach, 20 Minuten Fussweg vom Zentrum entfernt, am Fluss gelegen. Ein Bett mit Moskitonetz, Hängematte, Tisch und Stuhl bietet sie. Man lebt hautnah in der Natur.
Im Gespräch mit Maestro Juan Flores über persönliche Lebensthemen, die wir bearbeiten möchten, wird eine Pflanzenmedizin bestimmt für diese zwei Wochen. Dazu kommen noch Reinigungsrituale und die Teilnahme an Heilzeremonien jeden dritten Abend. Wir machen Diät. Zum Frühstück gab es Haferbrei, zum Mittagessen Quinoa mit Linsen oder Reis mit Linsen und Abendessen gab es keines. Alles ohne Zucker, Salz oder sonstigen Gewürzen. Ab und zu haben wir uns eine Banane oder einen Apfel gegönnt. Mit der Diät erfährt man die maximale Wirkkraft der Heilpflanzen.
Im Tambo leben wir mit der Natur. Die Tage und Nächte sind fast gleichlang. Wir stehen mit der Sonne auf und gehen mit ihr ins Bett. Die Geräuschkulisse ist das stetig fliessende Wasser, das Rauschen und Knarzen der Bäume, das Zwitschern der Vögel und das Knistern im Unterholz von unsichtbaren Tieren. Unser liebster Aufenthaltsort ist tagsüber die Hängematte, dort horchen und fühlen wir in die Natur und meditieren, lesen Bücher oder ruhen uns aus. Wenn es uns zu warm wird, was oft geschah, erfrischen wir uns am Wasserfall ganz in der Nähe. Mit der Dunkelheit verkriechen wir uns unter das Moskitonetz und lauschen den veränderten nächtlichen Geräuschen. Ein Konzert der Frösche und Grillen ist erwacht.
Je länger wir dort sind, umso mehr verspüren wir die heilende Kraft der Natur. Eine innere Verbundenheit zu Sachamama (Mutter des Waldes), Pachamama (Mutter Erde) und allen Lebewesen ist fühlbar. Stille und Vertrauen tritt ein. Der Geist kann verweilen und ausruhen. Man fühlt sich im Einklang mit der Natur.
Zweimal ist uns ein Kolibri begegnet. Am ersten Tag in Mayantuyacu beim Frühstück und am letzten Tag auf der Abreise. Kolibris sind Botschafter der Freude, der Liebe, des Lichtes und auch der Hoffnung, sie sind die Verbindung zum Göttlichen – diese nehmen wir mit heim.
Danke Maestro Juan Flores Salazar und den Curanderos mit euren wunderbaren Heilgesängen!