Metta – Liebende Güte

 
 
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BRAHMAVIHARA
Die vier erhabenen Verweilungen


Die revolutionäre Kunst, glücklich zu sein.

Glücksgefühle entstehen nicht indem wir neue Erfahrungen anhäufen. Sie entstehen, wenn wir unnötiges loslassen. Das wahre Glück ist nicht weit, es braucht nur eine Veränderung des Blickwinkels unserer Suche.

Das Leben ist, wie es ist, ungeachtet unserer Proteste. Wir alle erleben einen ständigen Wechsel schöner und leidvoller Ereignisse. Dem unerbittlichen Fluss der sich unablässig wandelnden Lebensbedingungen ist nicht zu entkommen, und doch versuchen wir verzweifelt, das Angenehme festzuhalten, und versuchen ebenso verzweifelt, Schmerz zu vermeiden. Unsere Versuche, das Unkontrollierbare zu kontrollieren, bringen uns nicht die Geborgenheit, die Sicherheit und das Glück, das wir suchen. Wir suchen etwas, das fest, unwandelbar und sicher ist, aber aufmerksame Beobachtung lehrt uns, dass eine solche Suche kein Erfolg haben kann. Alles im Leben verändert sich.

Wir müssen den Versuch aufgeben, die nicht zu kontrollierenden Zyklen von Freude und Schmerz kontrollieren zu wollen, und statt dessen lernen, wie wir Verbindung zum Ganzen aufnehmen, uns öffnen und lieben können, was immer auch geschehen mag.

Durch die Meditation der Brahmavihara kann jeder wieder aus sich heraus erblühen und das Wissen über unsere Schönheit und die Schönheit anderer wieder erlagen, das innere Glück stellt sich auf natürliche und schöne Weise wieder ein.


Brahmavihara
Brahma sind die höchsten Götter dieses Daseins. Sie ruhen in Zuständen grossen Glücks und Frieden, nämlich in den Zuständen von

Liebevoller Güte (Metta)
Mitgefühl (Karuna)
Mitfreude (Mudita)
und Gleichmut (Upekkha)

Vihara bedeutet «Ort des Verweilens»


Metta – Liebende Güte

Liebe ist einfach, sie basiert nicht auf besitzen oder besessen werden. Metta führt uns dahin zurück, was es bedeutet, lebendig und frei sein. Ein Weg, die Nähe zu uns und dem Leben als solches zu entdecken, sind die Werte und Orientierungen unseres Lebens, nur Dinge zu tun, die uns und anderen nicht schaden. Wenn wir Gutes tun, fördern wir die Verbundenheit zu uns, weil wir uns über das, was wir tun, freuen können. Freude öffnet uns auf unvorstellbare Weise und reisst unsere Barrieren nieder. So wird es möglich, dass sich das Gefühl der Nähe auf alle Lebewesen erstrecken kann. Die Macht der Liebe führt uns über die Einsamkeit und Angst hinaus.

Metta ist der Wunsch, dass alle Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen, etc.) glücklich sein mögen. Die Meditation besteht darin, eine innere Haltung des Wohlwollens und der Güte in die Lebewesen zu entwickeln. Dies kann durch das Wiederholen von Sätzen geschehen, wie:

«Möge ich frei sein von Gefahr.»
«Möge ich glücklich sein.»
«Möge ich körperlich gesund sein.»
«Möge ich leicht durchs Leben gehen.»

Buddha benannte folgende wohltuende Wirkungen, wenn liebende Güte sich entwickelt:

1. Du wirst leicht schlafen
2. Du wirst leicht aufwachen
3. Du wirst angenehme Träume haben
4. Die Menschen werden dich Lieben
5. Devas (Himmelswesen) und Tiere werden dich lieben
6. Devas werden dich beschützen
7. Äussere Gefahr (Gift, Waffen und Feuer) werden dir nicht schaden
8. Dein Gesicht wird strahlen
9. Dein Geist wird heiter
10. Du wirst friedvoll sterben
11. Du wirst in glücklichen Daseinsbereichen wiedergeboren


Die Brahmavihara – Die vier Herzqualitäten: Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut – sind ein Geschenk, und die Möglichkeit, sie auszuüben, ist ein Vermächtnis des Buddha. Wenn wir diesem Weg folgen, lernen wir, heilsame Eigenschaften zu fördern und unheilsame loszulassen.


Die Meditation von Mitgefühl (Karuna), Mitfreude (Mudita) und Gleichmut (Upekkha) werde ich in kommenden Einträgen beschreiben.


Quelle:
Metta Meditation von Sharon Salzberg



 
 
Claudia Furrer