Kaya Sthairyam

 
 
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LEICHT WIE EINE FEDER


Kaya Sthairyam (Sanskrit: Kaya > Körper, Sthairyam > Beständigkeit), diese Übung führt zur Stabilität vom Körper – es ist eine Meditation, welche den Körper zum Inhalt hat. Um sich vom Körper zu lösen, muss man paradoxerweise erst vollständig im Kontakt mit diesem sein, indem man ihn konzentriert wahrnimmt.

Es ist eine hervorragende Technik, um den Körper und Geist auf andere Meditationspraktiken vorzubereiten, solange du Schwierigkeiten hast, deine Aufmerksamkeit auf ein auserwähltes Objekt, wie z.B. den Atem, zu richten.


Übung:

- Setze dich in eine bequeme Meditationshaltung. Richte deine Wirbelsäule auf und halte den Kopf aufrecht und lege deine Hände auf die Knie oder in den Schoss.

- Schliesse die Augen und entspanne, werde dir deines ganzen Körpers bewusst.

- Fühle, als währe dein Körper ein Teil des Bodens und stelle dir vor, dein Körper wächst aus dem Boden wie ein Baum. Dein Oberkörper und Kopf sind der Stamm, und deine Beine sind die Wurzeln. Überzeuge dich, dass dein Körper ein Teil des Bodens ist, er kann und will sich nicht bewegen. Du bist so stabil wie ein Baum!

- Fühle alle Empfindungen deines Körpers, versuche ein inneres Bild von deinem Körper zu erstellen. Achte auf Schmerzen. Richte dein Bewusstsein auf die Schmerzen und sei dir deren bewusst. Wenn dein Geist beginnt abzuschweifen, akzeptiere es, aber versuche gleichzeitig, dein Bewusstsein für den Schmerz in deinem Körper aufrechtzuerhalten, und mache das für paar Minuten.

- Richte dein Bewusstsein auf deinen rechten Fuss. Übertrage es nach kurzer Zeit auf den linken Fuss. Erstelle ein inneres Bild des rechten / linken Fusses und fühle die Empfindungen, die mit jedem Fuss verbunden sind.

- Übertrage dann dein Bewusstsein auf dein rechtes Bein und wiederhole den Vorgang auf das linke Bein, deinen ganzen Rücken, Bauch, Brust, rechter Arm, linker Arm, Nacken, Kopf und schliesslich den ganzen Körper.

- Das ist die 1. Runde.

- Intensiviere dein Bewusstsein so weit wie möglich; das heisst, auch wenn du auf andere Themen abschweifst, bringe deine Wahrnehmung immer wieder in deinen Körper.

- Übe eine weitere Runde und sei dir dessen bewusst.

- Sage deinem Körper «ich werde meinen Körper nicht bewegen». Sei entschlossen, dich während der gesamten Praxis nicht zu bewegen. Dein Körper soll wie eine Statue sein – bewegungslos. Wenn du einen Impuls verspürst, Finger oder Zehen zu bewegen, Kleidung anzupassen oder wenn es dich juckt, versuche dem zu widerstehen.

- Wenn du das Bedürfnis hast, dich zu bewegen, dann sage dir «Nein, ich werde meinen Körper nicht bewegen bis zum Ende der Übung». Führe dein Bewusstsein durch den Körper und fühle die verschiedenen Teile deines Körpers, so wie du ihn noch nie zuvor gefühlt hast. Mach weiter so.


Nach einiger Zeit wirst du feststellen, dass dein Körper sehr fest und stabil wird. Das du dich zunehmend von deinem Körper löst, ihn sogar als etwas was von dir Getrenntes wahrnehmen wirst. Er wird sich anfühlen, als ob er schwerelos wäre. Und du wirst immer weniger dazu neigen, den Körper zu bewegen.

Übe so viele Runden, wie du willst. Fünf oder zehn Minuten scheinen ausreichend als Vorbereitung auf andere Meditationspraktiken – um in Ruhe und Konzentration praktizieren zu können.


Quelle:
Pure Yoga by Bruno Dietziker

Foto:
Javardh on unsplash

 
 
Claudia Furrer